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Liebe Freundinnen und Freunde des Vereins,
für Ramesch war das Jahr 2012 intensiv und ereignisreich. Neben unseren ständigen Angeboten wie interkulturelle Pädagogik, Workshops und Beratung in verschieden Einrichtungen zu Themen des interkulturellen Zusammenlebens fand wie immer eine Veranstaltungsreihe statt. Das Thema der Reihe war "Orientierung in Zeiten der Globalisierung" Wir wollten mit diesem Schwerpunkt die Gründe der Orientierungslosigkeit und deren Auswirkungen in heutiger Zeit genauer analysieren und die Möglichkeiten jedes Einzelnen, verschiedener Institutionen und der Politik im Hinblick auf die Gestaltung der Globalisierung diskutieren. Globalisierung ist jedoch kein neues Phänomen. Sie begann mit den ersten Handelsbeziehungen zwischen den fernasiatischen, den orientalischen und den europäischen Völkern. Es gibt sie seit dem Bestreben, die eigene Religion zu verbreiten und seit der Entdeckung Amerikas. Im vergangenen und in diesem Jahrhundert hat aber die Globalisierung durch die Industrialisierung, die Entwicklung der Kommunikationstechnologien, durch die Öffnung der Finanz- und Wirtschaftsmärkte und durch die Migration eine neue Dimension bekommen: es treffen unweigerlich verschiedene Kulturen aufeinander. Doch die Globalisierung ist nicht gottgegeben, sie ist von Menschen gewollt und gemacht. Es ist sinnlos, sie aufhalten zu wollen. Der „arabische Frühling“ wäre wahrscheinlich ohne die weltweite Verbreitung moderner Kommunikationstechnologien wie Facebook oder Twitter nicht möglich gewesen. Aber was kommt nach dem Frühling? Was muss passieren, damit dem Frühling ein „arabischer Sommer“ folgt? Wir müssen die Globalisierung gestalten. Sie kann aber nur gestaltet werden, wenn das Interesse über die wirtschaftliche Verwertbarkeit hinausgeht, das heißt, wenn die Mitglieder unterschiedlicher Kulturen sich auf gleicher Augenhöhe und gleichberechtigt begegnen, sich gegenseitig respektieren und bereit sind, voneinander zu lernen. Die Grundlage des Erfolgs im Dialog der Kulturen und der Religionen bildet der gegenseitige Respekt, eine Orientierung an konkreten Wertvorstellungen und eine bewusste und selbstbewusste Identität. Menschen entledigen sich nicht ihrer Kultur und ihrer Geschichte, wenn sie sich fortbewegen. Sie bringen ihre Kultur, ihre Erfahrungen mit. Sie begegnen der Mehrheitskultur. Sie Erfahren neue Fragestellungen und Lösungen. Die Mehrheitskultur wird mit anderen, kulturell bedingten Antworten für alte Fragen konfrontiert. Hinzu kommen der technische Fortschritt, die Veränderung des Umfelds und der Arbeitswelt,…. Das Vertraute, Bekannte, Gewöhnliche macht Platz für das Neue, Fremde, Unbekannte. Die Kultur befindet sich im stetigen Wandel. Für die Mitglieder der Gesellschaft, die damit nicht schritthalten können, kann dies Entfremdung und Orientierungslosigkeit bedeuten. Sie fühlen sich überfordert. Überforderung und Orientierungslosigkeit schaffen Raum für Extremismus und Fundamentalismus. Für ein friedliches Zusammenleben, für eine Chance voneinander lernen und konstruktiv die Zukunft gemeinsam gestalten zu können, müssen wir die Vielfalt in Würde und gegenseitigem Respekt akzeptieren. Menschen, die nicht respektiert werden, sind in ihrer Würde verletzt. Sie sind entwurzelt und orientierungslos. Die Globalisierung darf nicht immer mehr „Verlierer“ produzieren. Für dieses Vorhaben und unsere anderen Schwerpunktthemen sind wir weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen. Wir wissen, dass wir ohne Ihre jahrelange Treue und Unterstützung mit unserer Arbeit nie soweit gekommen wären. Vielen Dank dafür! Ikbal Berber Präsidentin
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