|
Auftaktveranstaltung „Wissenschaft, Wirtschaft, Migration“ Mittwoch, 22.04.2009., 19.00 Uhr Ramesch e.V. eröffnete am Mittwoch, 22. April 2009, im Landtag des Saarlandes mit einem Festakt die Veranstaltungsreihe 2009 „Wissenschaft, Wirtschaft, Migration“. Zu Beginn boten Simona Petuchovaite und Çağlar Taşçi Kostproben ihres musikalischen Könnens. Die beiden Studenten der Musikhochschule unterhielten die etwa 120 erschienen Besucher im Verlauf des Abends noch mehrfach mit klassischen Stücken der Musikgeschichte. Anschließend begrüßte Frau Berber die Gäste, bedankte sich bei den Kooperationspartnern, dem ehrenamtlichen Vorstand, den Mitarbeiter(inne)n und den Musikern. Es sei sehr schön, die Jugend aus verschiedenen Kulturen hier vereint zu sehen. Bei so vielen bekannten Gesichtern fühle man sich wie zu Hause. Die Präsidentin von Ramesch e.V. erklärte, dass die Veranstaltungsreihe all den Menschen mit Migrationshintergrund gewidmet sei, die in Deutschland mit sehr viel Arbeitsaufwand und übermäßigem Energieeinsatz trotz der schwierigen Gegebenheiten Erfolge in Wirtschaft und Wissenschaft erreicht hätten.
Doch täuschten diese Ergebnisse nicht darüber hinweg, dass die Strukturen in Deutschland, insbesondere im Bildungssystem, noch nicht den Anforderungen eines Zuwanderungslandes entsprächen. Frau Berber hob hervor, wie sehr Menschen mit Migrationshintergrund die Gesellschaft bereichern. Man solle diese Ressourcen im Sinne der gesamten Gesellschaft nutzen und fördern.

Die Grußworte des Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums überbrachte Dr. Wolfgang Bach. Herr Joachim Rippel, Minister und Schirmherr der Veranstaltungsreihe, und Herr Dr. Christian Ege, Staatssekretär, waren beide verhindert. Der leitende Ministerialrat bedankte sich stellvertretend bei Ramesch für seine wertvolle Präventions-, Integrations- und Sensibilisierungsarbeit. Herr Dr. Bach unterstrich die Worte von Frau Berber und ergänzte, dass Deutschland politisch und gesellschaftlich nicht den Anschluss an das 21. Jahrhundert verlieren dürfe. Man müsse die Chancen, die sich durch die Multikulturalität bieten, ergreifen. Die erste Referentin, Frau Prof. Dr. Swetlana Franken, stammt ursprünglich aus Russland, sodass sie die Daten und Fakten ihres Vortrags „Kulturelle Vielfalt – Potenziale und Errungenschaften“ aus eigener Erfahrung bestätigen konnte. Zu Beginn ihres Referats stellte sie klar, dass man nicht pauschal über Migranten sprechen könne – jede Kulturgruppe bringe verschiedene Kompetenzen mit und habe so auch unterschiedliche Chancen. Allerdings würden viele Ressourcen verschwendet, da die Strukturen noch fehlten. Sie bescheinigte allerdings einen positiven Trend und belegte die Erfolge der Migranten in den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft mit objektiven Studienergebnissen.  Der Kardiologe Dr. Cem Özbek steuerte seine ganz persönliche Migrations- und Lebensgeschichte zu diesem Abend bei. Er wies zudem darauf hin, dass es nicht selbstverständlich sei, dass eine Person mit Migrationshintergrund eine solch verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen dürfe – ohne Ressentiments. Migranten müssten sich erst behaupten. Dabei sei Deutschland aufgrund der demographischen Entwicklung mittelfristig auf Zuwanderer/innen angewiesen. Darauf müsse sich die Politik einstellen – insbesondere im Bildungsbereich. Denn der Weg zur Integration laufe in erste Linie über die Sprache. Die interessanten Vorträge waren für viele Gäste die Grundlage für zahlreiche Gespräche während des anschließenden Empfangs, der die gelungene Eröffnung der Veranstaltungsreihe „Wissenschaft, Wirtschaft, Migration“ schloss.
Veranstalter des Abends: Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes CDU-Fraktion im Landtag des Saarlandes SPD-Fraktion im Landtag des Saarlandes Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V. |