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Ausländische Berufsabschlüsse sollen leichter anerkannt werden

Kabinett verabschiedet Eckpunkte - 
Mehr als 500.000 Menschen sollen profitieren -
Gegen Fachkräftemangel und für bessere Integration

Berlin – Für Zuwanderer soll es künftig einfacher werden, ihre im Ausland Heimat erworbenen Berufsabschlüsse in Deutschland anerkannt zu bekommen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch (9.12.2009) in Berlin entsprechende Eckpunkte. Ziel sei es, zum einen den Fachkräftemangel zu bekämpfen, zum anderen zu einer besseren Integration beizutragen, erklärten Bildungsministerin Annette Schavan und Integrationsbeauftragte Maria Böhmer in Berlin. Das Gesetz, an dem auch die Länder beteiligt sind, soll im Januar 2011 inkraft treten.

Die Eckpunkte sehen einen gesetzlichen Anspruch „auf ein Anerkennungsverfahren für alle im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Berufsabschlüsse“ vor. In Aussicht gestellt sind zudem verfahrensbegleitende Beratungsangebote sowie der Ausbau der Datenbestände zur Bewertung ausländischer Bildungsabschlüsse.

Insgesamt leben in Deutschland den Angaben zufolge derzeit 2,87 Millionen Menschen, die ihren Bildungsabschluss im Ausland gemacht hätten. Von dem neuen Verfahren könnten mehr als 500.000 von ihnen profitieren, sagte Böhmer. Die übrigen kämen wegen ihres Alters oder dem zeitlich zu großem Abstand zum Berufsabschluss kaum infrage. Bislang gebe es nur für Spätaussiedler (119.000) und EU-Bürger (198.000) Rechtsansprüche auf Anerkennungsverfahren.Schavan sagte, in Deutschland seien 100.000ende Zuwanderer unter ihrem Qualitätsniveau beschäftigt. „Es ist an der Zeit, dass die Ärztin aus der Ukraine nicht nur als Pflegekraft oder Krankenschwester arbeiten kann, sondern in ihrem Beruf. Das gilt auch für Ingenieure und Handwerker“, erklärte die CDU-Politikerin. Daher brauche man ein transparentes, einfaches Verfahren, damit die zugewanderten Bürger die überfällige Möglichkeit bekämen, ihren Qualitäten entsprechend Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen.

Dies sei volkswirtschaftlich ein Muss. Bis 2020 werde es 3,1 Millionen weniger unter 25-Jährige geben als 2007, was einem Rückgang von 15 Prozent entspreche. Das zeige, „was auf uns beim Fachkräftebedarf zukommt“. Erster Schritt bei einer Anerkennung sei die Feststellung von Kompetenzen und die Prüfung von Gleichwertigkeit.

Böhmer sagte, auf diese Weise würden die Potenziale der Migranten wirklich anerkannt. Beide Seiten, sowohl die Migranten als auch Deutschland, hätten eine Gewinn. „Wir können auf keinen Fall auf gut qualifizierte Personen verzichten.“ Sie bezeichnete den Plan als „eines der großen integrationspolitischen Vorhaben dieser Legislaturperiode“.

Quelle: AP

 

 
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